In der Inselschule fand jetzt ein Elternabend zum Projekt SiNdBAD des Präventionsrat im Harlingerland statt. Die Erziehungswissenschaftlerin Miriam Ostermoor gab auf Einladung von Schulsozialarbeiterin Dini Gerdine einen Überblick, was Kinder heute im Netz machen, welche Risiken hier bestehen und sprach über Cyber-Grooming und -Mobbing. Während Kinder und Jugendliche mit der technische Fortentwicklung und der inhaltliche Veränderung der PC-Technik und des Internets aufwachsen, gelingt es vielen Eltern und Erziehungsbeauftragten nicht, Schritt zu halten. Am Folgetag traf sie sich dann vier Schulstunden lang mit den Klassen 5 und 6.

„SiNdBAD“ steht für Sicherer im Netz durch Beratung, Aufklärung, Datenschutz. Das Internet biete viele Vorteile und Erleichterungen, führte sie aus. Allerdings erhalten damit auch viele Gefahren, kriminelle Intensionen und neue Suchtpotenziale Einzug in das Leben. Insbesondere Kauf-, Spiel- und Sexsucht sind neue Suchtpotenziale im Internet, wegen der immer mehr Menschen professionell behandelt werden müssen. Onlinespiele sind teilweise so gestaltet, dass Kinder und Jugendliche zunächst schnelle Erfolge erzielen und so Bedürfnisse entwickeln. Wer nun weiter Erfolg haben möchte, muss mit virtuellem Geld seine Spielfiguren „aufrüsten“. Dieses virtuelle Geld werde mitunter aber auch sehr real von der Telefonrechnung abgebucht. Telefonrechnungen im vierstelligen Bereich und völlig überraschte Eltern sind auch im Landkreis Wittmund bereits in Erscheinung getreten.

Das Thema Mobbing unter Jugendlichen – aber vermehrt auch unter Erwachsenen – habe mit der Facette des „Cybermobbing“ ganz neue Formen angenommen, erläuterte Miriam Ostermoor. In Sekundenschnelle kann man ganze Schulzweige oder Gruppierungen mit denunzierenden Informationen über einen Menschen versehen. Das Ausmaß der Schäden und psychischen Belastungen ist enorm. Weitere Themen waren Betrug und Kostenfallen, leichtfertiger Umgang mit Daten.

Zuerst erschienen auf Langeoognews am 22.01.2020