Eine Menge Mut brauchte die neunjährige Langeoogerin Luise Jänecke, um als einziges Sternsinger-Kind am Dienstag nochmals über die Insel zu ziehen. Ihr Mitstreiter Constantin hatte die Insel tags zuvor leider schon wieder verlassen. Die Solo-Auftritte in Rathaus, Inselschule und Inselkirche meisterte Luise bravourös — das diesjährige Sternsingerlied „Für die Kinder dieser Erde“ sang sie fast ganz allein mit nur leiser Unterstützung durch Susanne Wübker, Gemeindeleiterin an St. Nikolaus, im Hintergrund. Der Einsatz der Schülerin für die Kinder dieser Welt brachte ihr, ebenso wie ihre schöne Singstimme, sehr viele Komplimente ein.
Dabei wurde natürlich auch direkt für den guten Zweck gesammelt und reichlich Segen gespendet.
Als erste Station ging es in die Inselschule, wo Luise Jänecke und Susanne Wübker herzlich von Schulleiterin Petra Ahrenholz, Lehrerin Kirsten Rottmann sowie den Schulsprecherinnen Solveig Müsch (13) und Lara Rösler (15) begrüßt wurden. Nach Gesang und Spendenübergabe brachten alle gemeinsam die Segensaufkleber über den Türen an.
In der Inselkirche wartete Küster Dominique Seifert schon gespannt auf den königlichen Besuch, der mit wehendem Umhang und goldener Krone durch den glitzernen Schnee heraneilte. Für die kleine Hoheit ging es dann sogar noch hoch hinaus, denn um den Balken in der Inselkirche mit dem 20*C+M+B+26 zu beschriften, musste sich Luise sogar auf eine Leiter trauen.
Im Rathaus zeigten sich Bürgermeister Onno Brüling und sein Büroteam ebenfalls von Luises Engagement begeistert. Wie schon zuvor vom Küster der Inselkirche, gab es auch vom Inselbürgermeister ein kleines Geschenk für Gesang und Segen. Der Sternsinger-Segen „Christus Mansionem Benedicat“ wurde im Anschluss neben die Eingangstür des Rathauses geschrieben.
Luise war übrigens das erste Mal beim Sternsingen im Einsatz — „Nächstes Jahr mache ich aber wieder mit!“, versprach die Neunjährige. Dann hoffentlich auch wieder mit ein paar anderen Kindern.
Die diesjährige Aktion Dreikönigssingen steht unter dem Motto „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“. Dabei liegt der Fokus auf Bangladesch. Gut 1,8 Millionen Kinder und Jugendliche müssen dort arbeiten – 1,1 Millionen davon unter besonders gefährlichen und ausbeuterischen Bedingungen. Die Abdur Rashid Khan Thakur Foundation (ARKTF), Partnerorganisation des Kindermissonswerks „Die Sternsinger“, befreit in der Region Jessore in Westbangladesch Kinder und Jugendliche aus gesundheitsschädigenden Arbeitsverhältnissen. Das ARKTF-Team unterstützt die (Wieder-)Einschulung oder Ausbildung der jungen Menschen. Außerdem sensibilisiert die Foundation Kinder, Eltern, Arbeitgeber, lokale Behörden und Regierungsmitarbeitende für die Kinderrechte. Diese Arbeit wird mithilfe der diesjährigen Spendensammlung unterstützt.
Bis zum Ende der Weihnachtszeit am Fest Taufe des Herrn (11. Januar) sind in der Kirche St. Nikolaus, in der Insel-Apotheke, in der Gemeinschaftspraxis, in der Volksbank und in der Sparkasse noch „Segenshaltestellen“ eingerichtet, an denen ein Segensaufkleber für zu Hause mitgenommen werden kann. Auch Sammelbüchsen stehen dort jeweils bereit.
Petra Ahrenholz






