Das haben im August neun Jugendliche der achten Klasse der Inselschule Langeoog und 14 Jugendliche aus der Karibik im Alter von 13–17 Jahren herausgefunden, die zu Gast bei uns waren. Diese Jugendbegegnung wurde organisiert von den Jugendorganisationen „World Society Builders” aus Hannover und „Ride In 971” aus Guadeloupe. Die Teilnahme war für die Jugendlichen kostenlos dank der Finanzierung der Europäischen Union im Rahmen von Erasmus Plus. Erasmus Plus ist eine Initiative der EU, die jungen Menschen Reisen, Bildung und demokratische Teilhabe unabhängig von der finanziellen Situation zu Hause ermöglicht. Geleitet wurde das Projekt von Luka Willeke, die ehrenamtlich in der europäischen Jugendarbeit tätig und selbst ehemalige Inselschülerin ist.

Die gemeinsame Zeit begann mit Kennenlernspielen und langsamem Herantasten an die noch fremde Gruppe. Ein Highlight des Teambuildings war dabei der Windsurfunterricht bei der Surfschule Petersen, wo Sprachbarrieren beim Sport auf einmal wie weggeblasen waren. Nach dem wohlverdienten Abendessen wurden in entspannter Atmosphäre bei den „cultural nights” die verschiedenen Kulturen durch Spiele, Quizze und mitgebrachte Süßigkeiten kennengelernt.

Vormittags wurden Workshops auf Englisch in den Räumlichkeiten der evangelischen Kirche abgehalten. Dort wurden Unterschiede zwischen den Inseln festgestellt, wie z. B., dass es auf Guadeloupe und Martinique nie kälter als 20 Grad ist und eher selten Fahrrad gefahren wird. Aber auch, dass es viel Gewalt und schlimme Auswirkungen der Kolonialzeit gibt. Viel auffälliger und wichtiger waren aber die Gemeinsamkeiten von so weit entfernten Orten: Positive Aspekte wie die Nähe zum Meer und faszinierende Natur. Allerdings auch viele Schwierigkeiten von Jugendlichen, die abgeschieden von großen Städten leben, und zwar zu wenig Freizeitaktivitäten, zu viel Fokus auf Tourismus, wenig Möglichkeiten für weiterführende Bildung, Ausbildung und Arbeit, hohe Preise sowie Umweltprobleme wie Hochwasser, Strandabtragungen und Verdrängung einheimischer Pflanzen. Reale Probleme von Jugendlichen, die augenscheinlich im Paradies leben, aber von Politik und Erwachsenen nicht gehört werden.

Viel zu schnell ging eine Woche voller Lachen, zum Glück nur einem kleineren Fahrradunfall und neuer Begegnungen vorbei. „Ich fand das Projekt sehr cool, da ich neue Leute kennengelernt habe, mit denen ich teilweise auch noch in Kontakt bin und mein Englisch aufbessern konnte. Außerdem habe ich Windsurfen gelernt, was sehr viel Spaß gemacht hat.”, fasst Teilnehmerin Lotta zusammen. Was bleibt, sind die Erinnerungen, Fotos und die Gewissheit, dass man sich doch so oft ähnlicher ist als zunächst gedacht.

Mein herzlicher Dank für die Unterstützung des Projekts geht an die evangelische Inselkirche, das Restaurant Treibgut, die AWO, die Surfschule Petersen, die Teerose, Fahrradverleih Baumhöfener, die Gemeinde Langeoog und die Inselschule!

Petra Ahrenholz

Langeoog, Guadeloupe, Martinique – was haben diese Ortegemeinsam?

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